Jeder so gut er kann.
Ein möglichst normales Leben zu führen, das ist der Wunsch vieler Menschen, ob mit oder ohne Behinderung. Arbeit ist eine wichtige Voraussetzung dafür. Für Menschen mit Behinderung ist dies ungleich schwieriger. Unser Auftrag ist es, diesen Menschen zu helfen, dass sie im Rahmen ihrer Fähigkeiten produktiv arbeiten können. Mit vielfältigen Arbeits- und Bildungs-angeboten machen es die Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe möglich, dass Menschen mit unterschiedlichster Behinderung hier einen erfüllten Arbeitsalltag erleben können. In Bad Oldesloe bieten wir an vier verschiedenen Standorten für über 230 behinderte Menschen berufliche Bildung und Arbeit in folgenden Fachrichtungen an:
- Metallbearbeitung
- Kfz-Werkstatt
- Recycling von Elektronik-Altgeräten
- Montage und Verpackung
- Büroservice
- Farbe und Gestaltung
- Hauswirtschaft
- Küche
- Polsterei
- Garten- / Landschaftsbau
So normal wie möglich.
Pädagogisch ausgebildete Fachkräfte und Meister/-innen aus Industrie und Handwerk leiten die behinderten Menschen bei der Arbeit an und betreuen sie. Ihre Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu fördern, steht dabei stets im Vordergrund. Alle Arbeitsplätze sind daher so eingerichtet, dass sie denen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt weitestgehend ähneln – lediglich ergänzt durch individuelle Hilfen, die die Menschen mit Behinderungen bei ihrer Arbeit unterstützen.
Die Werkstätten kennen lernen.
Die Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe arbeiten eng mit den Schulen für behinderte Menschen im Kreis Stormarn zusammen. Regelmäßig finden Schulpraktika statt, um den Schülerinnen und Schülern erste praktische Erfahrungen zu vermitteln und ihnen die Möglichkeit zu geben, unsere Werkstätten kennen zu lernen. Selbstverständlich können auch Interessenten, die ihre Schulzeit bereits abgeschlossen haben, nach Absprache an einem Praktikum in den Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe teilnehmen.
Am Anfang steht ein Antrag.
Aufnahme in die Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe finden alle Schulabgänger und Berufstätige, die aufgrund ihrer Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem 1. Arbeitsmarkt tätig sein können.Zunächst muss dafür ein Antrag auf Kostenübernahme bei dem zuständigen Kostenträger – in der Regel ist dies die Agentur für Arbeit – gestellt werden. Die Fachdienste der Agentur für Arbeit prüfen, ob die Werkstatt die geeignete Einrichtung ist und erteilen die Kostenbewilligung, wenn der Fachausschuss – bestehend aus Vertretern der Werkstätten, der Agentur für Arbeit und des Kreissozialamtes – dem zugestimmt hat. Ist dies erfolgt, wird der/die Bewerber/-in in den Arbeits- bzw. Berufsbildungsbereich der Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe aufgenommen.
Gemeinsam Ziele stecken.
Bevor die Maßnahme der beruflichenBildung beginnt, durchläuft jeder Bewerber/jede Bewerberin zunächst ein Eingangsverfahren, das in der Regel drei Monate dauert. Während dieser Zeit kann ein erster Einblick in die unterschiedlichen Arbeitsbereiche und Tätigkeiten gewonnen werden.Gemeinsam wird ein Fähigkeitsprofil erstellt und überprüft, ob die Werkstatt der geeignete Ort für die/den Betroffene/-n ist. Bleibt er/sie in der Werkstatt, wird mit Hilfe des Fähigkeitsprofils ein individueller Eingliederungsplan als Grundlage für die weitere Förderung erstellt. Im Eingliederungsplan wird gemeinsam die persönliche Zielsetzung heraus gearbeitet: Er beinhaltet Grobziele, Fernziele sowie Mittel und Methoden der Umsetzung. Alle drei bis sechs Monate werden die Eingliederungspläne überprüft und aktualisiert.
Alles lässt sich lernen.
Die Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe haben einen integrierten Berufsbildungsbereich. Das heißt, dass alle Teilnehmer direkt in den Arbeitsbereichen geschult werden und tätig sind. Die berufliche Bildungsphase dauert zwei Jahre. Um die einzelnen Aufgaben besser kennen zu lernen und die Berufsfindung zu erleichtern, durchlaufen alle Teilnehmer während dieser Zeit sechsmonatige Praktika in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen, wobei die individuellen Wünsche stets mit berücksichtigt werden. Ergänzend dazu findet wöchentlich Projektarbeit und Unterricht statt. Neben der Vermittlung von Fachwissen zielt die berufliche Bildungsmaßnahme auf die Stärkung und Vertiefung der sozialen, individuellen und lebenspraktischen Fähigkeiten des Menschen mit Behinderungen.
Eigenes Geld verdienen.
Nach Ende der Berufsbildungsphase wird der Beschäftigte in der Regel in einen der vielen Arbeitsbereiche übernommen. Ab diesem Zeitpunkt übernimmt – nach Antragstellung – das zuständige Kreissozialamt die Kosten.Es wird ein Werkstattvertrag abgeschlossen, in dem folgende Punkte geregelt sind:
- Beginn und Inhalt der Beschäftigung
- Pflichten und Aufgaben der Werkstatt
- Arbeitszeiten und Urlaub
- Beendigung der Beschäftigung
- Entlohnung
- Soziale Leistungen (z. B. Urlaubs- und Weihnachtsgeld)
Auch im Arbeitsbereich gibt es die Möglichkeit, sich weiter beruflich zu qualifizieren. Zur Zeit bieten wir hausinterne Zusatzausbildungen zum/zur Großküchenhelfer/-in und zum/zur Montagehelfer/-in an. Darüber hinaus gibt es im Rahmen der arbeitsbegleitenden Maßnahmen vielfältige Möglichkeiten, sich fortzubilden.
Arbeit und Vergnügen.
Zur Arbeit in unseren Werkstätten gehört ein umfangreiches arbeitsbegleitendes Programm, das während der Arbeitszeit angeboten wird.Viele sportliche, kreative, soziale, lebenspraktische und berufsfördernde Angebote gestalten den Tagesablauf abwechslungsreich und interessant. Sie dienen alle dem Ziel, die Beschäftigten in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu stärken und ihre soziale Integration zu fördern. Die Angebote erhalten und verbessern die Leistungsfähigkeit, schaffen einen Ausgleich zum Arbeitsalltag und bereiten – nicht zuletzt – auch viel Vergnügen!
Gegenwärtig bieten wir rund 20 arbeitsbegleitende Maßnahmen an, wie:
- Schwimmen, Reiten, Fußball, Nordic Walking
- Gymnastik, Psychomotorik
- Musik und Singen
- Airbrush-Kurs
- Englisch, Rechtschreibung, Arbeitssicherheit
- Konzentrationstraining
- Gesprächskreise
- Imkerei
- Mopedführerschein, Angelschein
Die Angebote wechseln regelmäßig.
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